Schwarz/Weiss mit Lightroom CC

HerbstIch wurde mal gefragt wie dieses Bild hier entstanden ist, bzw. wie es bearbeitet wurde. Ich hatte mir vorgenommen hierzu ein Video zu machen. Bis das Video kommt, gibt es hier ein mini Tutorial wie das Ganze entstanden ist. Viel spass beim lesen,und bei Fragen, einfach mir mailen oder ein Kommentar hinterlassen. 🙂

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Bevor ich anfing das Bild zu bearbeiten, sah das Bild eher langweilig aus. Man könnte fast meinen, es ist aus den FBI Archiven 😉  (Gruß an Faris). Wichtig war mir jetzt der richtige Bildausschnitt. Was will ich mit dem Foto ausdrücken, wohin soll der Blick des Betrachters gelenkt werden, unabhängig davon, ob der Betrachter mein Bild mag oder nicht. Dabei spielt natürlich der Geschmack eine sehr wichtige rolle. Meine Bilder finde ich persönlich  Hammer 🙂 aber das muss nicht heissen, dass andere das auch so sehen. Damit ich mein Ziel etwas näher komme, wird das Bild erst einmal  zurecht geschnitten.  Hierbei sollte man versuchen, den Betrachter etwas interessantes bieten zu können.

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Mit der „R“ Taste kann man das „Freistellung-Werkzeug“ aktivieren. Man kann dann mit der „O“ Taste sich durch verschiedene Ratsre-Typen klicken. Indem Fall habe ich mich für den „Goldenen Schnitt“ entschieden. Was der Goldene Schnitt ist erfahrt ihr in YouTube. Da gibt es Interessante Videos von „BR“ auf deutsch und eins von „Walt Disney“ in englisch. Beide sehr Interessant. An den Raster-Linien kann man nochmal kontrollieren ob das Bild auch wirklich gerade ist. Sollte das nicht der Fall sein, hat man noch die Option das Bild manuell zu korrigieren.

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Nachdem man sich für eine Raster Art entschieden hat, kann man auch schon anfangen das Bild zu „Schneiden“. Dabei ist es möglich, jederzeit auf das Origin zuzugreifen! Hat man den Passenden Bildausschnitt gefunden, geht man dann auf den „Fertig“ Knopf. Auch hier kann man das jederzeit ändern. Es war nicht möglich das Bild so zulegen, dass das Auge genau auf dem Goldenen Schnitt fällt. War auch nicht meine Absicht. In dem Bild wollte ich das Auge genau in der Mitte des Bildes haben. Goldener Schnitt hin oder her, ich mache meine Bilder so wie sie mir gefallen! Wurde alles ausgesucht? Dann gehts weiter.

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Jetzt kommt der Radialfilter zum Einsatz. Das ist das Symbol in Form von einem Kreis. Einmal ausgewählt, öffnet sich dann ein Feld, der nur speziell für den ausgesuchten Bereich gedacht ist. Jetzt den Bereich aussuchen, der bearbeitet werden soll. In dem Fall möchte ich ein Schwarz/Weiss Bild haben, in dem nur die Augen Farbig dargestellt werden. Daher lege ich den Filter über das eine, sichtbare Auge. Ihr könnt die Form des Kreises verändern z.B. könnt Ihr entscheiden ob es runder sein soll oder eher Oval ect. Dann geht ihr auf die „Sättigung“ und zieht den Regler in einen negativen Wert, nach links. Dann wird das Auge entsättigt. Ich will aber nicht das Auge Farblos haben, sondern umgekehrt! Das Auge soll farbig sein und alles andere Schwarz/Weiss. Um das zu erreichen, klicke ich unten auf „Umkehren“.

Bildschirmfoto 2016-02-21 um 11.18.45.pngJetzt kommen wir der Sache schon etwas näher. Aber das Auge ist zu Dunkelbraun. Ich möchte einen etwas übertrieben Look. Daher legen wir einfach einen zweiten Radial Filter über das Auge in dem wir auf das Radial Filter Symbol klicken und auf „neu“ gehen. Das Positionieren wir dann so, dass es genau auf dem Auge liegt. Dann Fangen wir an mit den Werten zu spielen, bis das Auge den richtigen Farblook hat. Dabei spielt natürlich der persönliche Geschmack eine sehr große Rolle.

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Das sind jetzt die Werte ich ich eingestellt habe. Die Einstellungen sind nur für den Radial Filter und haben keine Auswirkungen auf das eigentliche Bild. Ihr könnt theoretisch soviel Radial Filter übereinander stellen, um den nötigen Effekt hinzubekommen den ihr euch vorgestellt habt. Für gewöhnlich komme ich mit zwei Filter klar. Wenn das erledigt ist geht es jetzt weiter mit dem Hauptbild. Selbstverständlich könnt ihr auch zuerst die Belichtungseinstellungen durchführen und dann das Auge bearbeiten.

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Ich hingegen mache jetzt das, was bei einer Porträt Aufnahme sehr wichtig ist, die Haut weichzeichnen. Dazu geht ihr auf das „Korrekturpinsel“ Symbol. Auch hier öffnet sich ein Feld was nur auf den Korrekturpinsel ausgelegt ist. Das heisst, dass die Bearbeitung nur die Stellen betrifft die markiert sind. Um die Maske sichtbar zu machen, aktiviert ihr den „Maske anzeigen“ Hacken unten im Bild und schon wird die markierte Stelle rot. Jetzt könnt ihr den Klarheitsregler in einen negativen Wert bewegen -> nach links ziehen und ein wenig die Schärfe anheben.

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Jetzt das Selbe nochmal um die Augenbrauen und das untere Lied etwas zu verstärken. Hier stelle ich den „Schwarz“ Regler nach links um die Augenbrauen und das Lied zu schwärzen. Zeitgleich schiebe ich den Klarheitsregler und die Schärfe nach rechts, um den Detailkontrast an zu heben. So sieht er etwas „geschminkt“ aus, so das die Details noch mehr hervorgehoben werden. Er killt mich wenn er das liest 😉

Bildschirmfoto 2016-02-21 um 11.30.46Ich  „säubere“ nur noch die Partie zwischen den Augenbrauen mit dem „Bereichsreparatur“ Werkzeug. Hierzu benutze ich den Kopierstempel. Ich markiere die Stelle die ich weg haben möchte und LR schlägt mir einen Bereich vor, den ich für die Kopie benutzen könnte. Meistens trifft LR eine gute Wahl, diesmal aber nicht. Den Bereich was LR vorschlug, passte farblich nicht hin. Man kann die Stelle manuell verschieben. Eine weiche Kante, eine reduzierte Deckkraft und schon ist die markierte Stelle einigermaßen „gesäubert“.

Bildschirmfoto 2016-02-21 um 11.33.58Jetzt kommt das was ich eigentlich zu aller erst mache. Die Weissabgleich und Tonwert Korrektur. Ich habe normalerweise immer eine Art „Ritual“. Zuerst den WA, dann die Belichtung und den Detailkontrast, die Gradation, die Schärfe und dann zum Schluss die Vignettierung. Hier habe ich es anders gemacht damit ich zuerst das Auge richtig hinbekomme. Wie ihr auch anfangt ist euch überlassen, Hauptsache das Bild sieht am ende geil aus :-).  Nach dem der WA und die Tonwerte korrigiert wurden, kommt nun die bekannte „S“ Kurve.

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Hier gibt es nicht all zu viel zusagen. ich hab darauf geachtet, dass der Hintergrund sich vom Vordergrund deutlich abhebt. Einfach eine Klassische „S“ Kurve!

Bildschirmfoto 2016-02-21 um 11.35.35Eine andere Art der Feinjustierung wären die „HLS“ Einstellungen. Die Helligkeit, Luminanz und die Sättigung der Farben. Ich hab hier nur an der Luminanz ein wenig rum geschraubt. Da das Bild Schwarz/Weiss ist, sieht man nur geringe Unterschiede. Auch hier spielt der eigene Geschmack einen sehr großen Faktor. Probieren und den richtigen Look finden. Eine Reihe weiter unten könnt ihr die Farben der Lichter und Schatten verändern. Auch hier habe ich nur ein wenig verändert. Ich wollte, dass der klassische Schwarz/Weiss Look bleibt. Hier könnte man zB. in SEPIA übergehen usw.

Bildschirmfoto 2016-02-21 um 11.37.35

Zum Schluss schraube ich noch ein wenig an der Vignettierung rum. Hier kann man das Auge des Betrachters gezielt in eine Richtung lenken. Ich liebe die Vignette und deshalb lasse ich auch fast immer die Objektivkorrektur  Einstellung weg. So wird der Blick noch stärker in die Mitte gelenkt. Mit den verschiedenen Reglern kann die Rundheit, eine weiche Kante und natürlich auch die Stärke beeinflussen. Auch hier muss man ausprobieren. Letztendlich entscheidet dein Geschmack wie das Bild am Ende aussieht. Ich bin mit dem Bild jetzt fertig. Zum Schluss nachschärfen und als JPG exportieren und fertig ist die Suppe.

Wie ihr schon gemerkt habt, spielt euer Geschmack eine sehr wichtige Rolle. Der eine mag es etwas heller, der andere dunkler. Am Ende muss das Bild nur nur einer Person gefallen: DIR. Mir gefällt es, in diesem Sinne

Bis zum nächsten mal 🙂

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Ardalan Paymardi

Hi, ich bin Autor und Gründer von Paymardi Pictures.
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